Tierarztpraxis Westerhorn
Jan Bretschneider

AKTUELLES


Die Feiertage nahen!

 

… und damit eine Zeit, die für viele Tiere Stress bedeutet:

umgestellte Möbel, ein Tannenbaum im Wohnzimmer, viel Besuch und eine Woche später Feuerwerk und Knallerei an Silvester.

 

Es gibt grundsätzliche Regeln zu beachten um mit Ihren Tieren den Jahreswechsel möglichst stressfrei zu begehen.

-      bieten Sie Ihrem Tier eine kuschelige Rückzugsmöglichkeit an

-      lassen Sie Katzen im Haus und gehen Sie mit Hunden zeitig vor dem Feuerwerk spazieren

-      Dunkeln Sie das Zimmer ab um die Lichtreize des Feuerwerks auszuschalten

-      Halten Sie Fenster und Türen geschlossen um Geräusche zu dämpfen und den ggf. panischen Tieren keine Fluchtmöglichkeit zu bieten

-      Schalten Sie rhythmische, mittellaute Musik ein

-      Verhalten Sie sich so, als würden Sie das Feuerwerk nicht bemerken

-      Bestrafen Sie Ihr Tier nicht! Strafe erhöht die Angst

-      Fördern und bestärken Sie nicht-ängstliches Verhalten durch Streicheln oder Leckerli und versuchen Sie sich und Ihr Tier durch Spiel abzulenken

 

 

Um Ihr Tier grundsätzlich in der Zeit der Feiertage in eine „entspannte Stimmung“ zu setzen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dies empfiehlt sich vor allem bei Tieren, die bekanntermaßen ängstlich und gestresst reagieren und bei Jungtieren, die alles zum ersten Mal erleben.

 

Desensibilisierung

Am schönsten wäre es natürlich, wenn die Tiere sich von den Geräuschen am Silvester gar nicht erst stressen lassen würden. Man kann mit Hilfe von Geräusch-CDs, die es extra für Tiere gibt, schon lange im Vorfeld anfangen, seine Tiere zu desensibilisieren. Dafür lässt man immer wieder sehr leise die Silvestergeräusche im Hintergrund laufen, wenn das Tier entspannt zu Hause ist. Ganz langsam wird die Lautstärke gesteigert, bis man irgendwann mit hoffentlich entspannten Hunden und Katzen auf dem Sofa liegen kann, während die Stereoanlage alles gibt. ;)

 

Pheromone

Pheromone sind Botenduftstoffe, die Ihrem Tier ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Beim Hund sind es Duftstoffe, die die Hündin für ihre Welpen beim Säugen absondert. Durch den Einsatz von synthetischen Pheromonen („Adaptil“ – vormals „D.A.P.“) wird Geborgenheit vermittelt und die Angst verdrängt.

Bei Katzen wird der Duftstoff imitiert, den sie beim Gesichtsmarkieren an ihren Wohlfühlbereichen produziert. Durch synthetischen Pheromonen („Feliway“) kann für die stressige Zeit, in der die Katze selber nur wenig „Glücksstoffe“ ausscheidet, trotzdem eine Wohlfühl-Atmosphäre entstehen.

 

Pheromon-Zerstäuber für die Steckdose müssen rechtzeitig (um den 14. Dezember herum) für ca. 4 Wochen eingesetzt werden um richtig wirken zu können.

 

 

Futterergänzungsmittel

„Relaxan“ oder „Sedarom“ sind Futterergänzungsmittel, die Mängel in der Ernährung ausgleichen, die zu erhöhten Stressreaktionen führen. Die besonderen Nährstoffe und Aminosäuren in den Tabletten helfen, die Stressreaktion zu mindern. Die Tabletten müssen schon 2-3 Tage vor dem Ereignis gefüttert werden. Am besten beginnt man vor den Weihnachtsfeiertagen und füttert sie bis nach Silvester durch.

 

Futtermittel

Das Alleinfuttermittel „Calm“ von Royal Canin ist darauf ausgelegt Stressreaktionen und Angstzustände zu lindern. Es enthält Alpha-Casozepin (Milchpeptid), L-Tryptophan (Aminosäure) und Vitamin B3. Alle drei Stoffe beeinflussen angstlösende Prozesse im Gehirn und haben beruhigende Wirkung. Das Futter sollte ebenfalls ab mind. 2 Wochen vor dem stressigen Ereignis verfüttert werden.

 

Psychopharmaka

Bei schweren Fällen von Panik bei Silvester kann auch über den Einsatz von angstlösenden Medikamenten nachgedacht werden. Auch hier braucht es meistens entsprechende Vorlaufzeit um einen ausreichenden Medikamentenspiegel zu erreichen. Über das Nutzen von solchen Medikamenten muss man im Einzelfall entscheiden. Die meisten Hunde und Katzen werden mit angepasstem Verhalten Ihrer Besitzer und stressreduzierenden Futterergänzungsmitteln die „schlimmen Tage“ gut überstehen. Die wenigen Tiere, die wirklich Panik haben, ab dem ersten Böller Ende Dezember das Haus nicht mehr verlassen wollen, zitternd in der Ecke stehen und Kot und Urin unter sich verlieren, bei denen sollte zum Wohle des Tieres tatsächlich der Einsatz von Psychopharmaka in Betracht gezogen werden. Wenn Sie dementsprechenden Bedarf bei Ihrem Tier sehen, dann kommen Sie bitte mit Tier zu uns zu einem Beratungsgespräch, bei dem wir Ihr Tier auf Herzgesundheit untersuchen können.

 

 

Für alle gilt: wer am 31.12. um 12 Uhr vor uns steht und ab sofort seinen Hund ruhiggestellt haben will, dem können wir nicht mehr adäquat helfen!

Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit uns auf! Wir beraten Sie gerne und ausführlich über die Möglichkeiten Ihrem Tier den Jahreswechsel möglichst angenehm zu gestalten. Grundsätzlich gilt die Regel, dass mit einer Behandlung begonnen werden sollte, bevor der Baum im Wohnzimmer steht, denn dann riechen die meisten Tiere „den Braten schon“ und wissen, was die nächste Zeit auf sie zu kommt.

 



 


 

 

 

Warum unterscheiden sich die OP-Kosten bei unterschiedlichen Tierarztpraxen?

Wir werden immer wieder gefragt, wie es sein kann, dass gleiche operative Eingriffe in verschiedenen Praxen verschiedene Preise nach sich ziehen.

Alle Leistungen, die in der Tierarztpraxis berechnet werden, beruhen auf der „Gebührenordnung für Tierärzte“ („GOT“).

In der „GOT“ wird für jede Leistung ein Minimal-Preis (einfacher Satz) und ein Maximal-Preis (dreifacher Satz) aufgeführt.

Im Rahmen dieser Preisspanne darf jeder Tierarzt seine Leistung berechnen. Die Höhe des Preises wird dabei von zeitlichen und technischen Aufwand und Schwierigkeitsgrad abhängig gemacht.

Das führt dazu, dass jede einzelne Leistung in jeder Praxis und bei jedem einzelnen Tier unterschiedlich viel kosten kann.

Im speziellen Fall von Operationen sind es nicht nur einzelne Leistungen, die unterschiedlich berechnet werden, sondern vor allem auch das unterschiedliche Narkosemanagement.

Man kann einen Hund über eine muskuläre oder venöse Injektion narkotisieren. Diese Art der Narkose ist aber unter Umständen schwer zu steuern. Ein Narkosemittel, dass einmal in der Blutbahn ist, bekommt man schwierig wieder „rückgängig“ gemacht (antagonisiert), falls das Tier doch mal nicht wie erwünscht auf das Medikament reagiert.

Wir versuchen schon vor der eigentlichen Operation das Narkoserisiko zu minimieren, indem wir Risiko-Patienten (Vorerkrankungen, Alter) gründlich untersuchen inkl. Blutuntersuchung, Herzdiagnostik usw.

Bei uns werden die Hunde über eine venöse Injektion sediert und bekommen anschließend über einen Schlauch (Tubus) in der Luftröhre ein Gemisch aus Sauerstoff und Narkosegas zugeführt. Die Höhe des Narkosegases kann dabei ganz individuell auf das einzelne Tier zugeschnitten werden. In kritischen Situationen ist das Narkosegas nach wenigen Atemzügen wieder aus dem Organismus „ausgeatmet“.

Des Weiteren überwachen wir jedes narkotisierte Tier aufwändig durch eine zusätzliche Helferin (EKG, Atemfrequenz,Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Blutdruck, Temperatur, CO2-Gehalt) und geben in der Regel Infusionen um den Kreislauf zu stabilisieren.

Diesen technischen und personellen „Mehraufwand“ betreiben wir im Sinne des Tieres, um ihm eine möglichst schonende Narkose ermöglichen zu können und natürlich auch in unserem Interesse, da wir so entspannt mit einem optimal versorgten Tier operieren können.

Natürlich schlägt sich dieser „Mehraufwand“ auch auf den Preis nieder, aber dafür hat Ihr Tier eine schonende, gut überwachte Narkose, von der es sich schnell wieder erholt.

Deshalb: Fragen Sie nicht nur nach dem Preis, sondern vergleichen Sie die Leistung, die dahinter steht!